Die Segelyacht Blaue Maus, eine Albin Ballad mit Segelnummer 1366, unter vollen Segeln mit Crew auf der Ostsee
Segelzeichen der Albin Ballad mit rotem Stern und blauem B

Albin Ballad

UKW Rufzeichen
DD4123
MMSI
211507160
Segelzeichen
GER 1366
Mehr über das Boot

Das Boot

Eine klassische Albin Ballad

Die „Blaue Maus" ist eine Albin Ballad – ein zeitloser Fahrtenkreuzer und Regattaklassiker, den der schwedische Konstrukteur Rolf Magnusson 1971 entwarf. Zwischen 1971 und 1982 wurden rund 1.500 Boote gebaut. Bis heute begeistert die Ballad durch ihre seetüchtigen, gutmütigen Segeleigenschaften und ihre schlanke, elegante Linie.

Segelzeichen der Albin Ballad – das stilisierte B mit rotem Stern im Großsegel
Klassenzeichen
Die Blaue Maus, eine Albin Ballad mit dunklem Rumpf, vor Anker mit Blick auf den charakteristischen Schriftzug und die Maus-Grafik
Die Blaue Maus vor Anker – mit dem charakteristischen Schriftzug und der namensgebenden Maus-Grafik am Rumpf

Unsere „Blaue Maus" lief 1978 vom Stapel. Mit knapp über 9 Metern Länge ist die Ballad groß genug für komfortable Törns auf der Ostsee und gleichzeitig handlich genug, um sie mit kleiner Crew oder solo zu segeln. Der lange Kiel und das ausgewogene Rigg sorgen für ruhige, sichere Fahrt – auch wenn der Wind einmal kräftiger weht. Unter Deck arbeitet ein zuverlässiger Volvo Penta MD7A Einbau-Diesel.

Umfangreiche Informationen zum Schiffstyp, zur Historie, Technik und zur aktiven Szene finden sich auf der Seite der deutschen Klassenvereinigung.

Deutsche Klassenvereinigung
1978
Baujahr
9,14 m
Länge ü. a.
Volvo Penta
MD7A
~1.500
gebaute Boote

Geschichte

Einer der erfolgreichsten Cruiser-Racer

Die Albin Ballad gilt bis heute als einer der gelungensten Fahrtenkreuzer-Regattaboote ihrer Zeit. Ihr schlanker, ausgewogener Rumpf läuft leicht und liegt erstaunlich ruhig in der See – am Wind bei Welle kann es nass werden, vor dem Wind verlangt sie bei zu viel Tuch eine wache Hand. Das lange, gut geschützte Cockpit und die Pinnensteuerung prägen ihren klassischen Charakter.

Typ
Masttopp-Slup, Einrumpf (GFK)
Antrieb
Volvo Penta Diesel
Klasse
IOR Half-Ton Cruiser-Racer
  1. 1971

    Konstruktion durch Rolf Magnusson

    Die Albin Ballad (Ballad 30) entsteht als Fahrtenkreuzer und Regattaboot der Half-Ton-Klasse nach der International Offshore Rule (IOR). Sie ist eine Weiterentwicklung des IOR-Racers Joker S30.

  2. 1971–1982

    Serienbau bei Albin Marine

    In Schweden entstehen rund 1.500 Boote. Für die damalige Zeit fortschrittlich: der Flossenkiel, das halb-elliptische, am Skeg gelagerte Ruder und das Masttopp-Rigg mit kleinem Groß und großer, überlappender Genua.

  3. ab 1982

    Klassenvereinigung übernimmt die Formen

    Nach der Geschäftsaufgabe von Albin Marine sichert die Ballad One-Design Association die Bauformen und verpachtet sie an weitere Werften, darunter Shipman Sweden AB. Vereinzelt werden bis 1998 weitere Boote gebaut.

  4. 1983

    Ablösung im Programm

    Im Werftprogramm wird die Ballad 30 von der Delta 31 abgelöst. Insgesamt entstehen über die Jahre rund 2.000 Boote – heute ist die Ballad nicht mehr in Produktion.

Quelle: frei nach dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel „Ballad 30", übersetzt und gekürzt.

Schiffsdaten

Technische Daten

Die wichtigsten Maße und Kennzahlen der Blauen Maus auf einen Blick. Die Segelflächen basieren auf den Werten der Ballad-Klassenvereinigung, die Bau- und Riggdaten auf dem YACHT-Testbericht 10/1985.

Identität & Funk

Bootsname
Blaue Maus
Typ
Albin Ballad
Baujahr
1978
Motor
Volvo Penta MD7A
UKW Rufzeichen
DD4123
MMSI
211507160
Heimathafen
Niendorf / Ostsee
Takelung
Masthead-Slup

Rumpf & Maße

Länge über alles
9,14 m
Länge Wasserlinie
6,90 m
Breite
2,96 m
Tiefgang
1,55 m
Verdrängung
3.300 kg
Ballast (Blei)
1.550 kg

Segelflächen

Großsegel
15,9 m²
Genua I
32,2 m²
Genua II
25,2 m²
Genua III
18,5 m²
Genua IV
13,5 m²
Spinnaker
ca. 70 m²

Bauweise & Rigg

Ballastanteil
47 %
Mast über Wasser
12,00 m
Rumpf
GFK, Handauflege
Deck
GFK-Sandwich
Kojen
5 feste Kojen
Wassertank
65 l (Kunststoff)

Klassenvorschrift

OneDesign-Regeln

Die Albin Ballad ist eine strenge Einheitsklasse: Rumpf, Ruder, Kiel, Deck, Rigg und Segel sind über die „Ballad One Design Rule" der BODA verbindlich festgelegt. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Bestimmungen der Fassung von Juni 2012 zusammen.

Rumpf & Antrieb

Länge über alles (L.O.A.)
9158 ± 20 mm
Max. Breite
2960 ± 10 mm
Kielgewicht
1550 kg
— davon Blei
1470 kg
— Kunststoff/Sand
80 kg
Propeller (fest)
13,5" × 11,5"
Faltpropeller
mind. 15"

Rigg & Mast

Masttyp
Masthead, 1 Salingpaar
Mastgewicht
mind. 70 kg
Masthöhe
max. 12700 mm
Schwerpunkt Mast
mind. 5700 mm über Fuß
Mastprofil
mind. 114 × 165 mm
Salinglänge
mind. 820 mm
Spinnakerbaum
max. 3740 mm
Vorstag-Maß (J)
3500 ± 25 mm

Segelmaße

Genua – LP (Vorliekssenkr.)
5610 mm
Genua – Höhe Vordreieck (IG)
11300 mm
Genua – Basis Vordreieck (J)
3525 mm
Spinnaker – Achterliek (SL)
max. 11300 mm
Spinnaker – max. Breite (SMW)
6730 mm
Großsegel – MGU
max. 1100 mm
Großsegel – MGM
max. 1850 mm
Kopfbrett-Breite
max. 152 mm

Mindestgewichte

Motorgewicht (inkl. Öl)
mind. 185 kg
Batterien (unter Vorkoje)
mind. 42 kg

Rumpf & Ruder

Der Rumpf entspricht der Urmodell-Linienzeichnung 0-55122, das Ruder der Zeichnung 0-55122. Am Unterwasserschiff dürfen keine Änderungen vorgenommen werden – erlaubt ist allein die Bearbeitung der Oberfläche.

Deck

Das Deck entspricht den Zeichnungen 0-55317 oder 0-58864. Die Genuaschiene darf nicht näher zur Mittellinie gesetzt werden als im Original; eine Verlängerung in ursprünglicher Richtung und Krümmung ist zulässig.

Einrichtung, Tanks & Batterien

Die Einrichtung folgt den Zeichnungen 325/290 und 0-55993. Kraftstoff- und Wassertank sind gemäß Zeichnung 0-55993 auszuführen und zu platzieren. Batterien mit mind. 42 kg liegen unter der Vorkoje; bei geringerem Gewicht oder anderer Lage ist an gleicher Stelle Ausgleichsgewicht einzulaminieren.

Motor & Ausgleichsgewicht

Das Motorgewicht darf 185 kg (inkl. Öl) nicht unterschreiten. Ein leichterer Motor ist zulässig, wenn entsprechendes Ausgleichsgewicht im vorderen Bereich der Ölwanne bzw. quer dazu einlaminiert wird. Eine zusätzliche Batterie kann Teil des Ausgleichsgewichts sein.

Rigg & Spieren

Masthead-Rigg mit einem Salingpaar, Mast auf der Mittellinie. Mast und Baum aus Aluminiumlegierung. Alle Wanten und Stagen als 1×19-Draht oder Rod (mind. 6 mm bzw. 5 mm). Doppel-Vorstag und inneres Vorstag sind nicht erlaubt; ein Profilvorstag ist zulässig. Jockey-Pole und Doppel-Vorsegelfallen sind erlaubt.

Vermessungsmarken

Schwarze Vermessungsbänder von 25 mm Breite auf Mast und Baum. Oberkante des unteren Mastbandes auf Höhe der Baum-Oberkante (Baum horizontal); Unterkante des oberen Bandes 9750 mm darüber und höchstens 452 mm von der Mastspitze. Abstand Baumband-Innenkante zum hinteren Mast: 2850 mm.

Großsegel

Das Großsegel darf nicht über die Vermessungsmarken hinausgesetzt werden. Bis zu vier Latten, Lattenlänge beliebig. Fenster max. 235 × 790 mm. Kennzeichen: schwarzes „B" mit rotem Stern, sofern national nicht anders vorgeschrieben.

Vorsegel & Spinnaker

Alle Tuchsorten sind zugelassen (seit 2012). Das Genua-Vorliek wird für die Vermessung mit 300 N (30 kp) gestreckt; Fenster max. 205 × 965 mm. Bei Profilvorstag wird LP um das doppelte Profilmaß (auf volle cm gerundet) reduziert. Die Breite des Spinnakers auf halber Höhe darf 75 % der Fußbreite nicht unterschreiten.

Segelgarderobe an Bord

1 Großsegel, 1 Trysegel (Schwertuch, ohne Latten), 5 Genuas/Focken (davon max. 2 größer als 27 m²), 1 Sturmfock, 2 Spinnaker. Bei gesetztem Spinnaker darf jedes Vorsegel fliegend mit etwa mittschiffs gesetztem Hals gefahren werden.

Standardausrüstung

Die gesamte ab Werft gelieferte Standardausrüstung ist mitzuführen: 5 Matratzen + Polster, alle Teppiche (oder Holzboden), Pantry inkl. Brennstoff, Tisch (Fläche mind. 0,5 m²), Bootshaken, Festmacher und alle fest eingebauten Details. Bei den International Ballad Cups dürfen Polster, Teppiche und Tisch an Land bleiben.

Crew & Zertifikate

Die Crewzahl ist frei, sofern die Wettfahrtleitung nichts anderes fordert; bei den International Ballad Cups max. sechs Personen inkl. Steuermann. Das Ballad-Klassenzertifikat der nationalen Vereinigung sowie die One-Design-Regel sind an Bord mitzuführen.

Änderung der Regeln

Änderungen können auf Empfehlung eines Ballad-Clubs bei der jährlichen Hauptversammlung der BODA (Ballad One Design Association) beschlossen werden.

Ballad One Design Rule (Original)

Vollständige Klassenvorschrift der BODA, Fassung Juni 2012 – englischer Originaltext mit allen Maßen und Bestimmungen.

Quelle: BODA – Ballad One Design Association, „Ballad One Design Rule", Fassung Juni 2012. Ursprünglich beschlossen in Kopenhagen 1976, zuletzt geändert 2012. Wiedergabe zu Dokumentationszwecken.

Albin Marin AB · Kristinehamn

Handbuch

Deutsche Übersetzung des „Albin Ballad handbook" von Albin Marin AB – einer kurzen Anleitung zur Nutzung und Wartung der Albin Ballad, aufgeführt sind die Besonderheiten, die speziell die Ballad betreffen.

Vorwort

S. 1
Titelseite des Albin Ballad handbook mit Foto einer segelnden Ballad
Titelseite – „Albin Ballad handbook", Albin Marin AB, Kristinehamn, Schweden

Dieses Handbuch soll als kurze Anleitung dienen, wie die Albin Ballad genutzt und gewartet werden sollte. Aufgenommen wurden hauptsächlich die Besonderheiten, die speziell die Ballad betreffen. Ratschläge und Tipps allgemeinerer Art finden sich im allgemeinen Handbuch für Albin-Boote.

Möglicherweise müssen nach Auslieferung und Zuwasserlassen einige Einstellungen vorgenommen werden. Obwohl der Hersteller seine Gewährleistungspflicht für dieses Boot selbstverständlich nicht umgehen will, wurde der niedrige Preis unter der Annahme kalkuliert, dass kleinere Mängel vom normalerweise handwerklich geschickten Bootseigner selbst behoben werden können und dass die verfügbaren Kapazitäten der Werft sinnvoll in den Fällen genutzt werden, in denen Fachpersonal erforderlich ist. Sollte ein Problem auftreten, das sich mit Hilfe der einfachen Anweisungen in diesem Handbuch nicht lösen lässt, zögern Sie bitte nicht, Albin Marin AB schriftlich oder telefonisch um Rat zu fragen.

Sollten Sie schließlich Ihre Adresse ändern, würden wir uns freuen, wenn Sie uns dies mitteilen, damit wir Sie schnell mit Informationen und Rundschreiben erreichen können. Vergessen Sie nicht, Ihre Bootsnummer in Ihrem Schreiben anzugeben.

Einen angenehmen Segelsommer!

Inhalt des Handbuchs

Die Kapitel des Original-Handbuchs bis Seite 19.

  • Vorwort, LinienrisseS. 1
  • SegelplanS. 2
  • Inneneinrichtung (Zeichnung)S. 3
  • Technische DatenS. 4
  • Erstes ZuwasserlassenS. 5
  • Riggen / TakelageS. 6
  • MotoreinbauS. 9
  • Vorgehen vor dem ersten StartS. 10
  • Motor startenS. 11
  • Fahren, Stoppen & MotorwartungS. 12
  • Elektrische AnlageS. 14
  • Belüftung und HeizungS. 15
  • Bootspflege / WartungS. 17
  • Ratschläge zum SegelnS. 18
  • Regatta-Tipps für AnfängerS. 19

Segelplan

S. 2

Segelmaße (Vorliek / Achterliek / Perpendikel in mm und Fuß, Tuchgewicht in g/m², Fläche in m² mit sq ft) sowie die nummerierten Bauteile des Riggs (Fig. 2).

Fig. 2 – Segelriss der Albin Ballad mit Segelmaßtabelle und nummerierten Bauteilen
Fig. 2 – Segelriss
SegelVorliekAchterliekPerp.GewichtFläche m² (sq ft)
Großsegel9750 / 31′ 11½″10140 / 33′ 3¼″25015,9 (171)
Genua I11400 / 37′ 5″11000 / 36′ 1″5610 / 18′ 4½″25032,2 (346)
Genua II10450 / 34′ 3½″10000 / 32′ 9¾″4870 / 15′ 11¾″25025,2 (271)
Genua III9280 / 30′ 4″8650 / 28′ 4½″4170 / 13′ 8¼″25018,5 (199)
Genua IV8050 / 26′ 5″7100 / 23′ 3½″3440 / 11′ 3½″27013,5 (145)
Genua Reach11400 / 37′ 5″10100 / 33′ 1⅝″5610 / 18′ 4½″22032,2 (346)
Spinnaker11305 / 37′ 1″11305 / 37′ 1″5270,0 (753)
Stagsegel6750 / 22′ 1¾″6850 / 22′ 5¾″4300 / 14′ 1¼″13014 (150)
Spinn.-Stagsegel10000 / 32′ 9¾″9600 / 31′ 6″3820 / 12′ 6¼″13019 (204)

Baumlänge 2850 mm (9′ 4¼″), Spinnakerbreite 6732 mm (22′ 1″). Standardsegel: Genua I als Allzwecksegel. Stagsegel und Spinnaker-Stagsegel werden fliegend gefahren.

Bauteile (Fig. 2)

  • 1Spinnaker-Blockbeschläge
  • 2Schotblock
  • 3Genuaschot
  • 4Schothorn (Schot-Hals)
  • 5Hahnepot (Bridle)
  • 6Wantenspanner
  • 7Reacher
  • 8Genua I
  • 9Dirk (Topnant)
  • 10Festes Achterstag
  • 11Windanzeiger oder Verklicker
  • 12Vorsegelfall
  • 13Fall-Hals
  • 14Vorstag
  • 15Stagsegelfall (falls vorhanden)
  • 16Saling
  • 17Spinnaker-Lift (falls vorhanden)
  • 18Masttoplichter
  • 19Spinnakerbaum-Schiene
  • 20Kicking-Strap-Klemme
  • 21Baumniederholer (Kicking Strap)
  • 22Hals

Inneneinrichtung & Stauplan

S. 3

Beispielhafter Stauplan der Albin Ballad (Fig. 3) mit Verstaumöglichkeiten von Bug bis Heck.

Fig. 3 – Einrichtung der Albin Ballad mit beispielhaftem Stauplan
Fig. 3 – Einrichtung mit Stauplan (Beispiel)
  • 1Platz für Winschkurbel und diverse Werkzeuge unter der Luke
  • 2Navigationsausrüstung
  • 3Navigationsinstrumente
  • 4Bücher, Segellatten
  • 5Kleidung und Schlafausrüstung
  • 6–7Kleidung
  • 8Flaschen usw.
  • 9Schuhe oder Konserven
  • 10Sicherheitsausrüstung
  • 11Leinen, Ersatzteile
  • 12Anker, Trosse, Festmacher, Fender
  • 13Seekarten
  • 14Segel und diverse Ausrüstung
  • 15Kraftstofftank
  • 16Abfallkorb am Schott
  • 17Platz für Töpfe und Pfannen usw.
  • 18Toilettenartikel
  • 19Platz unter der Hängematte für Ölzeug, Seestiefel usw.

Technische Daten

S. 4

Hauptabmessungen, Gewichte und Segelflächen sowie Angaben zur Bauweise von Rumpf, Deck und Ruder.

Länge über alles (L.ü.a.)
9,14 m
Wasserlinienlänge (L.w.l.)
6,09 m
Breite
2,96 m
Tiefgang
1,55 m
Verdrängung
3,3 t
Ballast
1,55 t
Hilfsmotor
Volvo Penta MD 6A
Leistung (DIN)
7,35 kW
Schwerpunkt (ohne Mast, ab Vorstag)
4,75 m
Schwerpunkt über Kielunterkante
1,05 m
Vermessene Segelfläche (I.O.R.)
44 m²
Großsegel
15,9 m²
Genua I
32,2 m²
Genua II
25,2 m²
Genua III
18,5 m²
Spinnaker (ca.)
70,0 m²
Gesamthöhe (ohne Windanzeiger)
12,3 m
Konstrukteur
Rolf Magnusson

Rumpf

Die Dicke der Freibord-Laminierung beträgt ca. 8–9 mm, unter der Wasserlinie ca. 10 mm, der Kielübergang ca. 25 mm und die Kielseite ca. 6 mm. Das GFK-Laminat (AP = armierter Kunststoff) wird im Spritzverfahren (zerkleinerte, mit Polyester gemischte Glasfaser) in Kombination mit zwei Lagen Gewebe-Rovings hergestellt; der Glasfaseranteil liegt bei etwa 34 %. Der Rumpf wird durch AP-Winkel (Stringer und Spanten) sowie einen fest einlaminierten Boden versteift. Der Ballast ist einlaminiert. Die freien Innenseiten des Rumpfes sind mit Kunststoffgewebe verkleidet, das mit Polyester-Schaumstoff laminiert ist.

Deck

Das Deck wird gespritzt und nach dem Eye-Cell-Verfahren gefertigt. Das obere Laminat ist ca. 3 mm dick, zuzüglich 15 mm Divinycell (PVC-Schaumstoff) auf den horizontalen Flächen (Deck und Kajütdach), abgedeckt mit einer Lage armiertem Kunststoff und einem ca. 3 mm dicken Liner (Kajütdecke) mit Schlingengewebe. Flächen ohne Sandwich-Aufbau haben eine Mindest-Laminatdicke von 5 mm. Fußreling, Lukenrahmen, Mastfuß usw. mit Durchgangsschrauben sind mit druckfestem Füllstoff ausgefüllt. Die elektrische Verkabelung ist ins Deck einlaminiert (siehe Fig. 4). Die Fenster bestehen aus gehärtetem Glas in eloxierten Rahmen. Rumpf und Deck sind mit Edelstahlschrauben durch die Fußreling verbunden, mit einem Flansch an der Rumpfoberkante und einer elastischen Dichtung dazwischen.

Ruder

Das Ruder ist aus AP (GFK) gegossen, mit einem säurebeständigen Edelstahl-Ruderschaft einlaminiert. Es ist in wartungsfreien Lagern gelagert, die in der Ruderflosse und im Cockpitboden montiert sind.

Fig. 4 – Laminataufbau von Rumpf und Deck der Albin Ballad
Fig. 4 – A: Einfachlaminat · B: Doppellaminat mit Innenliner · Kabelkanal und druckfeste Füllung

Spieren, Segel, Rigg & Tanks

S. 5

Verwendete Materialien und Ausrüstung an Mast, Rigg und Tanks.

Spiere / Mast
Mast und Baum bestehen aus eloxiertem Aluminium. Der Mast ist mit durchgehender Rollreffung ausgestattet, mit Platz für fünf innenliegende Fallen.
Segel
Aus hochwertigem synthetischem Material.
Stehendes Gut
6-mm-Edelstahldraht (19-drähtig). Wantenspanner aus Edelstahl.
Laufendes Gut
1×33 Edelstahldraht und doppelt geflochtenes Terylene-Tauwerk für Schwänze und Schoten.
Beschläge und Winschen
Aus Bronze und Edelstahl.
Tanks
Benzintank aus Edelstahlblech, ca. 33 Liter; Kunststoff-Wassertank, ca. 65 Liter.

Erstes Zuwasserlassen

S. 5

Die Ballad wird in einem Transportgestell (Wiege) geliefert, das während des gesamten Baus beim Boot war. Ein Stahlband ist mit einer gewöhnlichen Stahlschraube durch den unteren Ruderbeschlag befestigt, um den hinteren Teil des Kiels an der Wiege zu halten. Der Ablauf des Zuwasserlassens ist wie folgt:

  1. 1Das Stahlband entfernen.
  2. 2Eine Hebeschlinge vor dem Kiel anlegen (BEACHTEN: ggf. ist ein Log-Geber montiert) und eine unmittelbar am hinteren Ende des Kiels, vor der austretenden Propellerwelle.
  3. 3Fender an der Bootsseite anbringen, die zum Steg zeigt, und lange Festmacher vorn und achtern anschlagen. Diese dienen zum Kontrollieren des Bootes beim Anheben.
  4. 4Prüfen, dass: a) der Bodenstopfen dicht ist; b) der Ablasshahn am Motorblock geschlossen ist; c) falls ein elektronisches Log vorhanden ist, der Geber bzw. das Log montiert ist.
  5. 5Alle übrigen Seeventile usw. schließen, um jegliche Leckgefahr beim Zuwasserlassen zu vermeiden.
  6. 6Das Boot so weit anheben, dass es die Wiege deutlich freigibt. Die unlackierten Stellen, an denen das Boot auf der Wiege ruhte, mit dem bereitgestellten Unterwasseranstrich streichen.
  7. 7Das Boot anheben und zu Wasser lassen.
  8. 8Vor dem Aushängen der Schlingen den Bodenbelag anheben und prüfen, dass kein Wasser eingedrungen ist.
  9. 9Die Hebeschlingen auf einer Bootsseite aushängen und den Kran die Schlingen an die Kaikante hochziehen lassen.

Falls das Boot dort, wo es zu Wasser gelassen wurde, nicht aufgeriggt werden kann, den Mast über Kajütdach und Bugkorb legen und sichern. Vor dem Starten des Motors die Anweisungen zum Motor sowie im Kapitel „Vorgehen vor dem ersten Start" befolgen.

Riggen / Takelage

S. 6–8

Das stehende und laufende Gut ist im Boot verstaut und markiert. Vergessen Sie keine optionale Ausrüstung wie Spinnakerfall-Lift und Windex. Geeignetes Aufriggen erfolgt wie folgt:

  1. 1Den Mast auf zwei stabile Böcke oder Kisten legen.
  2. 2Die jeweiligen Schothaken für das vorn angeschlagene Fall und die Baumleine am Spinnakerbaum-Traveller befestigen. Die Holepart-Enden strecken und an den jeweiligen Klampen belegen. Nicht vergessen, an jedem Ende einen Stopperknoten zu machen.
  3. 3Etwaige zusätzliche Fallen anschlagen. Es ist Platz für zusätzliche Fock-, Stag-, Segel- und Spinnakerfallen zusätzlich zu einem Lift. Das Spinnakerfall wird außen geführt. Prüfen, dass sich der Spinnakerfall-Block frei in alle Richtungen bewegt. Zum Einscheren der innenliegenden Fallen das Seilende mit der vorhandenen Hilfsleine und Klebeband zusammenknoten und das Fall vorsichtig durchziehen (um den Spleiß nicht zu zerstören) und strecken. Fehlt die Hilfsleine: a) das obere Mastende so weit wie möglich anheben, sodass das Fall bis zur jeweiligen Aussparung geführt werden kann; b) sorgfältig prüfen, dass das Fall nicht auf die falsche Seite der Durchgangsschrauben im Mast gelangt ist; c) am einfachsten lässt sich das Fall mit einem gebogenen Stahldraht herausholen.
  4. 4Die vorderen und achteren Unterwanten an ihren jeweiligen Tangen befestigen (unmittelbar unter den Salingen).
  5. 5Das Vorstag am Toggle an der Vorderseite des Masttopbeschlags befestigen. Der vordere Beschlag ist für den Spinnakerfall-Block.
  6. 6Das Achterstag am achteren Toggle befestigen.
  7. 7Die Oberwanten in ihre jeweiligen Tangen unter den Masttopbeschlägen einsetzen.
  8. 8Die Wantenspanner-Abdeckungen an den Wanten anbringen.
  9. 9Die Sicherungsstifte in die Wantenspanner einsetzen. Die Wantenspanner zu ¾ herausdrehen und an ihre jeweiligen Wanten und Stagen anschlagen, das Rechtsgewinde nach unten zeigend.
  10. 10Anbringen der Salinge: a) Steuerbord- und Backbord-Saling unterscheiden sich durch die Plattenschraube, die das Spierenendbeschlag sichert; ihr Kopf soll oben liegen (die Flaggleinen-Halterung unten). b) Die Salinge mit je zwei gesicherten Schrauben am Mastbeschlag befestigen; den Schutzgummi über die Salingtangen ziehen. c) Die Salingspieren von den Salingen lösen. d) Den Spierenbeschlag öffnen und die Want einlegen. e) Beide Hauptwanten entlang der Mastseiten strecken und gegenüber den Salingtangen markieren. f) Die Spierenbeschläge so an den Salingen anbringen, dass sie die Markierungen abdecken, dann mit den Plattenschrauben sichern. g) Salingwinkel prüfen: Die Winkel Wanten/Salinge sollen ober- und unterhalb gleich groß sein, wenn der Mast aufgeriggt ist. h) Etwaige Salingspieren-Schutzkappen anbringen.
  11. 11Den Mast-Top-Windmesser oder Windex am Topbeschlag festschrauben.
  12. 12Elektronischen Windanzeiger anbringen, falls vorhanden.
  13. 13Etwaige Flaggleinen an den Tangen an den Salingen anbringen.
  14. 14Prüfen, dass alle Durchgangsschrauben vernietet oder gesichert sind und dass Riggbolzen und Block gesichert sind. Klebeband als Schutz verwenden, wo Segel und Fallen scheuern können.
  15. 15Die Durchgangsschraube am Mastfuß entfernen und die große Schlauchschelle um das Mastloch am Deck anbringen.
  16. 16Einen großen Strop um den Mast unter den Salingen (unter allem stehenden und laufenden Gut) legen; er muss groß genug für den Kranhaken sein. Ein Stück Leine vom Strop herunterhängen lassen, sodass sich Strop und Kranhaken nach dem Stellen des Mastes herunterziehen lassen.
  17. 17Den Kranhaken einhängen (mit einem Achtknoten um den Haken sichern) und den Mast so anheben, dass das Fußende über das Mastloch kommt. Den Mast vorsichtig durch das Loch absenken (das Hauptschott nicht verkratzen), bis er auf dem Mastfuß steht. Die Durchgangsschraube einsetzen und anziehen, wenn der Mast senkrecht steht.
  18. 18Die Stagen und Wanten an den Püttingen befestigen. Der männliche Fuß wird am Achterstag angebracht; Vorstag-Strecker nicht vergessen, falls vorgesehen. Das Rigg noch lose lassen.
  19. 19Einen der Gummiabstandhalter (ca. 150 × 110 × 25 mm) an der hohen Kante achtern des Mastes im Mastloch anbringen (Fig. 5). b) Einen 10–12-mm-Tampen flechten, an der Steuerbordwinsch und -klampe befestigen, ca. 30 cm über Deck um den Mast wickeln und zurück zur Backbordwinsch führen. c) Am Tampen anziehen, dabei die Zentrierung der Mast-Achterkante beachten und den Gummiabstandhalter im Auge behalten; abwechselnd an Backbord- und Steuerbordwinsch anziehen. Der Tampen muss sehr stark gestreckt werden, um den vorderen Abstandhalter einsetzen zu können. d) Den vorderen Abstandhalter einsetzen, bei Bedarf Wasser als Gleitmittel verwenden; dann den Tampen gleichmäßig lockern.
  20. 20Den Mastkragen mit Hilfe der Schlauchschelle anbringen.
  21. 21Das Rigg durchsetzen. Ziel ist, dass der Mast beim Segeln gerade steht. Die achteren Unterwanten leicht anziehen, die übrigen fest. Das endgültige Trimmen erfolgt am besten beim Segeln in mäßigem Wind. Unter idealem Wind ist es gut, wenn die Masttop-Spitze etwas nach achtern und luvwärts zeigt. Oft müssen nur die achteren Unterwanten nachgestellt werden.
  22. 22Die Wantenspanner sichern und die Abdeckröhrchen aufschieben; wo nötig mit Klebeband sichern.
  23. 23Die elektrischen Kabel am Mastfuß anschließen.
  24. 24Baum, Relingstützen, Lifelines, Block und ggf. Sprayhood usw. anbringen. Die Lifelines an den Relingstützen mit Klebeband umwickeln, um die Persenning nicht zu beschädigen. Die Lifelines werden am Heckkorb befestigt (Fig. 6).

Das Mastprofil ist so aerodynamisch gestaltet, dass der Mast zu schwingen beginnen kann, wenn das Boot frei im Wind liegt. Falls dies als unangenehm empfunden wird, lässt es sich verhindern, indem beidseitig an der Mast-Achterkante zwischen Salingen und Top ein dünnes selbstklebendes Fensterdichtband (Tesamoll Nr. 700) angebracht wird.

Fig. 5 – Mastdurchführung am Deck mit Gummiabstandhaltern
Fig. 5 – Mastdurchführung am Deck
  • 1Schlauchschelle
  • 2Mastkragen
  • 3Achtere Gummiabstandhalter
  • 4Mastloch-Flansch
  • 5Schlauchschelle
  • 6Deck
  • 7Mast
  • 8Vordere Gummiabstandhalter
Fig. 6 – Befestigung der Lifelines am Heckkorb
Fig. 6 – Befestigung von Wantenspanner und Lifeline

Motoreinbau

S. 9

Technische Daten des eingebauten Volvo-Penta-Diesels und Legende zur Einbauzeichnung (Fig. 7).

Motortyp-Bezeichnung
MD 7A
Arbeitsweise
4-Takt-Diesel, Direkteinspritzung, obenliegende Ventile
Zylinderzahl
2
Leistung (DIN) bei max. Drehzahl
9,55 kW (13 PS)
Leerlaufdrehzahl
530–650 U/min
Motorgewicht (inkl. Getriebe, Elektrik, Lagerung, Öl)
ca. 195 kg
Wendegetriebe (wassergekühlt)
Typ HS B
Ölmenge Motor (bei Ölwechsel)
ca. 2,8 l
Ölmenge Wendegetriebe
ca. 0,5 l
Ölqualität (Motor & Getriebe)
CD (DS)
Ölviskosität über / unter +10 °C
SAE 20 / SAE 10 W
Kraftstoff
„Autodiesel", Cetanzahl min. 45
Kraftstoffverbrauch
ca. 3 l/Stunde
Batteriespannung
12 V
Start-Generator (Anlasser)
1000 W (1,4 PS)
Generator-Leistung, max.
35 A
Lichtmaschine, max.
450 W
Propeller (2-flügelig, Linksdrehung)
13½″ × 11½″
Propellerwelle (säurebeständiger Stahl)
Ø 25 mm, Länge 1005 mm, Konus 1/20 Penta

Der Motor ist mit einer automatischen Kaltstart-Einrichtung ausgestattet. Die Kühlung ist thermostatgeregelt; die Zirkulation übernimmt eine wassergeschmierte Pumpe vom Impeller-Typ. Die Propellerwelle ist innen im Sterndruck-Lager mit Fetttasche und doppeltem Dichtring gelagert, im Stützbock in einem Cutless-Lager. (Weitere Informationen im separaten Motorhandbuch.)

Fig. 7 – Motoreinbau der Albin Ballad mit Antriebsstrang
Fig. 7 – Motoreinbau und Antriebsstrang
  • 1Schalldämpfer
  • 2Indirekt gekühltes Auspuffrohr
  • 3Fetttasche – Stopfen, inneres Sterndruck-Lager
  • 4Öleinfüllung (BB) / Ölmessstab Wendegetriebe (StB)
  • 5Kühlwasserpumpe
  • 6Entlüftungsschraube Kraftstofffilter
  • 7Öleinfüllung Motor
  • 8Cutless-Lager am Stützbock
  • 9Inneres Sterndruck-Lager
  • 10Ablassstopfen Kühlmittel (Untersetzungsgetriebe)
  • 11Ablassstopfen Öl (Wendegetriebe)
  • 12Motor-Kühlwasser-Ablasshahn
  • 13Motoröl-Messstab
  • 14Kühlwasser-Einlasshahn

Vorgehen vor dem ersten Start

S. 10

Der Motor ist auf einem stabilen Motorbett aus GFK-Laminat gummigelagert und wirksam schallisoliert. Die Verbrennungsluft wird über einen speziellen Kanal in den Motorraum geführt. Der Kraftstofftank befindet sich unten im Steuerbord-Stauraum im Cockpit. Der Kraftstoffhahn sitzt über dem Tank. Die Betankung erfolgt an der Oberseite des Steuerbord-Cockpitrands. Zur Ausrüstung gehört ein Sedimentabscheider im Motorraum.

Vor dem ersten Start nach dem Zuwasserlassen

  1. 1Der Motor ist bei Auslieferung mit Öl gefüllt. Prüfen, dass die Ölstände in Motor und Wendegetriebe zwischen Min. und Max. am jeweiligen Messstab liegen.
  2. 2Prüfen, dass der Elektrolytstand ca. 10 mm über den Batterie-Zellenplatten liegt, ggf. mit destilliertem Wasser auffüllen.
  3. 3Prüfen, dass die Batteriekabel angeschlossen sind.
  4. 4Die beiden Hauptschalter einschalten (am vorderen Schott bzw. in der Kajüte). HINWEIS: Der Motor darf ohne eingeschaltete Hauptschalter nicht laufen.
  5. 5Prüfen, dass der Kühlwasser-Einlasshahn geöffnet ist (zugänglich unter dem mittleren Kajütboden). Prüfen, dass der Ablasshahn am Motorblock geschlossen ist (Backbord neben der Ölmessstab-Halterung).
  6. 6Bei Auslieferung ist der Tank mit ca. 10 Litern Konservierungskraftstoff gefüllt. Er sollte bis oben mit Autodiesel aufgefüllt werden; er fasst ca. 33 Liter.
  7. 7Beim Probelauf vor Auslieferung wurde das Kraftstoffsystem entlüftet; eine Entlüftung wird jedoch auch vor dem ersten Start empfohlen. Es ist wichtig zu wissen, wie man den Motor entlüftet, falls Luft ins System gelangt und der Motor stoppt. Dies kann bei sehr wenig Kraftstoff im Tank oder bei starkem Rollen passieren. Grundsätzlich sollten nicht weniger als 10 Liter im Tank sein. Zur Entlüftung siehe Seite 19 des Motorhandbuchs.
  8. 8Den Stopfen am inneren Sterndruck-Lager der Propellerwelle (Fig. 7) abschrauben und prüfen, dass es nahezu mit Fett gefüllt ist. Bei Bedarf Fett nachfüllen. Geeignet ist ein weiches, wasserfestes Fett, z. B. Shell Alvania in Tube. Das Fett wird aus der Tube in das Loch gedrückt, bis die Fetttasche mehr oder weniger gefüllt ist. Keinen übermäßigen Druck ausüben. Eine Fettpresse darf nicht verwendet werden, da sonst die Dichtringe aus der Stopfbuchse gedrückt werden könnten. Bei zu viel Fett kann der Dichtring auch beim Zuschrauben des Stopfens herausgedrückt werden.

Starten

  1. 1Prüfen, dass der Kühlwasser-Einlasshahn geöffnet ist.
  2. 2Prüfen, dass die Hauptschalter eingeschaltet sind.
  3. 3Prüfen, dass der Stoppzug hineingedrückt ist.
  4. 4Die Auskuppel-Sperre eindrücken (siehe Fig. 8) und den Schalthebel nach vorn in die Startstellung – Position 7 – bewegen.
Fig. 8 – Stellungen des Einhebel-Schaltgriffs der Albin Ballad
Fig. 8 – Stellungen des Einhebel-Schaltgriffs
  • 1Vorwärts – max. Drehzahl
  • 2Vorwärts – Leerlauf
  • 3Neutral
  • 4Rückwärts – Leerlauf
  • 5Rückwärts – max. Drehzahl
  • 6Auskuppel-Sperre
  • 7Startstellung

Motor starten

S. 11

Startschlüssel und Instrumententafel des Volvo-Penta-Motors.

Fig. 9 Startschlüsselstellungen und Fig. 10 Instrumententafel der Albin Ballad
Fig. 9 – Startschlüsselstellungen · Fig. 10 – Instrumententafel

Startschlüsselstellungen (Fig. 9)

  • 0Neutralstellung
  • 1Eingeschaltet
  • 2Startstellung (Anlasser eingeschaltet)
  • 3„Radio"-Stellung

Instrumententafel (Fig. 10)

  • 1Warnleuchte, rot – Start-Generator (Anlasser)
  • 2Warnleuchte, rot – Lichtmaschine
  • 3Kühlwasserthermometer
  • 4Warnleuchte, gelb – Öldruck
  • 5Startschlüssel
  • 6Schalter für Positionslicht und Masttoplicht
  • 7Platz für Zusatzschalter
  • 8Kraftstoffanzeige
  • 9Stoppzug

Startvorgang

  1. 5Startschlüssel einstecken und um eine Raste in Position 1 drehen (Fig. 9).
  2. 6Prüfen, dass die gelbe Warnleuchte für den Öldruck und die roten Warnleuchten für die Batterieladung leuchten (Fig. 10).
  3. 7Startschlüssel hineindrücken und im Uhrzeigersinn in Position 2 drehen (Fig. 9). Dadurch wird der Start-Generator aktiviert. Schlüssel halten, bis der Motor anspringt; dann sofort loslassen (er kehrt automatisch in Position 1 zurück), da sonst das Start-Generator-Relais beschädigt werden kann.
  4. 8Wenn der Motor die normale Drehzahl erreicht hat, prüfen, dass die Warnleuchten erloschen sind – üblicherweise in der Reihenfolge: Öldruck, Lichtmaschine, zuletzt Start-Generator.
  5. 9Prüfen, dass das Kühlwasser durch das Auspuffrohr austritt.

Hinweis: Die Hauptschalter dürfen bei laufendem Motor nicht ausgeschaltet werden – andernfalls werden die Dioden der Lichtmaschine beschädigt. Ebenso dürfen die Batterie-Kabelklemmen bei laufendem Motor nicht gelöst werden.

Fahren, Stoppen & Motorwartung

S. 12

Eine geeignete Marschgeschwindigkeit liegt ca. 200–300 U/min unter der empfohlenen Höchstdrehzahl. Das sorgt für weniger Verschleiß und geringeren Kraftstoffverbrauch.

Stoppen

  1. 1Den Schalthebel in Neutral bringen und den Motor etwa eine Minute im Leerlauf laufen lassen.
  2. 2Den Stoppzug herausziehen. Sobald der Motor gestoppt hat, wieder hineindrücken.
  3. 3Den Schlüssel zurück in die Stopp-Position drehen und abziehen.

Motorwartung

Das Öl in Motor und Wendegetriebe sollte nach jeweils 50 Betriebsstunden oder mindestens einmal pro Saison gewechselt werden. Der Wechsel sollte bei warmem Motor erfolgen, da das Öl dann dünnflüssig und leicht abzupumpen ist.

Der Schmierölfilter sollte nach jeweils 100 Betriebsstunden oder mindestens einmal pro Saison gewechselt werden.

Der Kraftstoff-Feinfilter sollte nach jeweils 100 Betriebsstunden oder mindestens einmal pro Saison gewechselt werden.

Der Feinfilter der Förderpumpe sollte dabei ebenfalls gereinigt werden. Der Sedimentabscheider-Behälter sollte entleert werden, wenn er Verunreinigungen enthält, mindestens jedoch einmal pro Saison, indem der Ablasshahn am Boden geöffnet wird. Im Übrigen siehe Motorhandbuch.

Einfahrzeit

Der Motor darf während der ersten 50 Betriebsstunden nicht überlastet werden. Die Motordrehzahl sollte 300–500 U/min unter der Höchstdrehzahl liegen. Der erste Service sollte nach 20 Stunden erfolgen und umfasst:

  1. 1Ölwechsel im Motor.
  2. 2Wechsel des Schmierölfilters.
  3. 3Nachziehen des Zylinderkopfs (Anzugsmoment 68 Nm = 7,0 kpm = 51 lb.ft).
  4. 4Prüfen des Ventilspiels. Das Ventilspiel sollte 0,30 mm betragen.
  5. 5Prüfen auf Öl-, Wasser- oder Kraftstoffleckagen.
  6. 6Prüfen, dass alle zugänglichen Schlauchschellen, Bolzen und Muttern fest angezogen sind.
  7. 7Prüfen der Keilriemenspannung. Der Riemen ist richtig gespannt, wenn er sich mittig mit dem Daumen 3–4 mm eindrücken lässt.

Manövrieren

Steht der Einhebel in Neutral – Position 3 (Fig. 8) –, ist der Propeller ausgekuppelt und der Motor läuft im Leerlauf. Bewegt man den Hebel auf „Vorwärts" in die deutliche Position 2, wird der Propeller für Fahrt voraus (Leerlaufdrehzahl) eingekuppelt. Bewegt man den Hebel auf „Rückwärts" in Position 4, wird entsprechend rückwärts eingekuppelt. Bewegt man den Hebel weiter in Richtung Vollgas „Vorwärts" oder „Rückwärts", steigen Motor- und Propellerdrehzahl. HINWEIS: Beim Wechsel des Hebels von „Vorwärts" auf „Rückwärts" oder umgekehrt den Motor kurz im Leerlauf laufen lassen, indem der Hebel einen Moment zwischen den Positionen 2 und 4 gehalten wird.

Elektrische Anlage

S. 14

Vor dem ersten Start in der nächsten Saison sollten folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

Vor dem ersten Start in der nächsten Saison

  1. 1Die Batterien wieder einbauen (Polschuhe mit Vaseline), vollständig geladen und geprüft.
  2. 2Den Kraftstofffilter wechseln. Prüfen, dass sich kein Wasser im Wasserabscheider der Kraftstoffleitung befindet.
  3. 3Den Kraftstofftank füllen.
  4. 4Etwaige Luft aus dem Kraftstoffsystem entlüften.
  5. 5Den Kühlwasser-Einlasshahn öffnen.
  6. 6Das innere Sterndruck-Lager mit Fett füllen.

Ansonsten siehe „Vorgehen vor dem ersten Start".

Elektrisches System

Die elektrische Anlage arbeitet mit 12 Volt. Der Schaltplan befindet sich auf der 3. Umschlagseite. Motor- und Bordnetz haben unterschiedliche Batterien und Generatoren.

Einige elektrische Leitungen verlaufen in Kanälen im Deck. Am Navigationsplatz sind separate Steckdosen z. B. für Staubsauger oder Inspektionslampe vorhanden. Positionslichter und übrige Bordlampen sowie Steckdosen haben 8-A-Sicherungen (25 mm lang, Bosch NGS 3/4Z). Für den Anschluss z. B. einer Kühlbox oder eines Heizgeräts gibt es eine zusätzliche Sicherung (Absicherung des Heizgeräts 25 A). Die Sicherungen befinden sich in einem Kasten am Verkabelungskonsol hinter dem Armaturenbrett. Der Sicherungskasten enthält auch eine Ersatzsicherung.

Soffittenlampen in Positionslichtern (schwedisches Modell) und Schottlampen sowie Vorschiff-Deckenlampen sind 12 V / 10 W; Kajütdeckenröhren (44 mm lang, Osram 6411) 12 V / 15 W mit Bajonettsockel BA 15 b (Osram 7430). Instrumentenbrett-Beleuchtung: 12 V / 2 W (Osram 3898). Warnleuchten: 12 V / 2 W (Osram 3796).

Eine 10-W-Lampe verbraucht ca. 0,85 A, eine 15-W-Lampe ca. 1,25 A. Beim Segeln in Dunkelheit können 3 Positionslichter und eine Innenlampe dauerhaft in Betrieb sein, das ergibt ca. 3 × 0,85 + 1,25 = 3,75 A. Eine voll geladene Batterie liefert diesen Strom für ca. 15 Stunden. Diese Kapazität lässt sich durch eine parallel geschaltete zusätzliche Lichtbatterie erhöhen.

Die Ladezeit einer entladenen Lichtbatterie (60 Ah) beträgt bei Vollgas (ca. 2000 U/min) ca. 2 Stunden, im Leerlauf ca. 4 Stunden. Die entsprechende Zeit für die Starterbatterie beträgt ca. 7 Stunden bei Vollgas. Die Starterbatterie lädt im Leerlauf nicht. Soll nur geladen werden, sollte dies mit erhöhter Leerlaufdrehzahl und ausgekuppeltem Propeller erfolgen.

Funktioniert eine Lampe oder ein Gerät beim Einschalten nicht, die Sicherung prüfen. Ist die Sicherung in Ordnung, liegt der Fehler in der Lampe oder es besteht ein schlechter Kontakt, häufig ein Schalter. Eine durchgebrannte Sicherung durch eine neue ersetzen. Brennt die neue ebenfalls durch, liegt ein Kurzschluss in Verkabelung oder Beschlag vor. Brennt eine bestimmte Sicherung wiederholt durch, kann dies daran liegen, dass Zusatzgeräte angeschlossen wurden und die 8-A-Sicherung für den benötigten Strom zu klein ist. Ein Wechsel auf 25 A ist möglich.

Kann der Anlasser den Motor nicht durchdrehen, liegt mit 80 % Wahrscheinlichkeit eine schlechte oder leere Batterie oder ein schlechter Kontakt zwischen Pol und Polschuh bzw. Kabel und Polschuh vor. Ein gutes Hilfsmittel zum Prüfen des Ladezustands ist ein Säureheber (zur Messung der Dichte). Ist die Starterbatterie schlecht geladen, können die Verbindungskabel zwischen Starter- und Lichtbatterie getauscht werden (sofern die Lichtbatterie nicht ebenfalls leer ist), um Startstrom zu erhalten. Die Kabel dürfen nicht bei laufendem Motor getauscht werden, da dies die Lichtmaschinen-Dioden zerstören würde.

Ist die Starterbatterie schlecht geladen, kann ein Startversuch gleichzeitig mit dem Anlasser und durch Dekompression des Motors erfolgen (siehe Motorhandbuch). Gelingt dies nicht, den Motor mit dem Handstartgriff starten. Auch dann ist das Dekomprimieren am einfachsten.

Belüftung und Heizung

S. 15–16

Um gute Wärmedämmung, minimale Kondensation und gute Belüftung zu gewährleisten, ist die Ballad nach folgendem Prinzip gebaut:

Gute Dämmung bietet die Sandwich-Laminierung in Deck und Aufbau. Die Rumpfseiten in Kajüte und Vorschiff sind oberhalb der Wasserlinie mit Kunststoffgewebe und 8 mm Schaumstoff verkleidet. Für gute Belüftung wird die „verbrauchte" Luft über zwei Lüfter abgeführt. Die einströmende Luft wird über den Lufteinlass an der Achterseite des Cockpits angesaugt.

Die Ballad kann mit einem Eberspächer-Bootsheizgerät ausgestattet werden, das selbst bei strengen Temperaturbedingungen das Boot warm und trocken hält. Das Funktionsprinzip zeigt Fig. 11. Dieselöl wird in der vollständig gekapselten Brennkammer des Heizgeräts verbrannt; das Öl wird über zwei spezielle elektrisch betriebene Pumpen aus dem Standard-Tank gefördert. Die Verbrennungsluft wird von außen direkt durch den Spiegel angesaugt, die Abgase über ein Auspuffrohr neben dem Verbrennungslufteinlass abgeführt. Ein elektrisch betriebenes Gebläse saugt die Frischluft aus dem Steuerbord-Stauraum an. Die Frischluft wird beim Umströmen der Brennkammer unter Überdruck erwärmt. Die erwärmte Luft wird über einen Schlauch zu einer Verteilklappe unter der Backbordkoje und von dort zu Ausströmöffnungen in Kajüte und Vorschiff geführt. Mit der Klappe lässt sich die Menge der zugeführten Warmluft zu den jeweiligen Ausströmpunkten regeln.

Das Gerät wird mit einem Schalter am Hauptschott gestartet. Daneben befindet sich ein Thermostat, mit dem die gewünschte Kajüttemperatur eingestellt werden kann (die Temperatur im Vorschiff hängt von der Einstellung der Verteilklappe ab). Prüfen, dass der Thermostat auf die gewünschte Temperatur eingestellt ist. Um die Innentemperatur 10–15° höher als die Außentemperatur zu halten, läuft das Heizgerät normalerweise 25 % der Zeit (ca. 15 Minuten pro Stunde). Bei Dauerbetrieb beträgt der Kraftstoffverbrauch ca. 0,3 l/Stunde, mit Thermostatregelung ca. 0,1 l/Stunde. Beim Start zieht das Heizgerät ca. 18 A Zündstrom für 30 Sekunden. Der Betriebsstrom beträgt ca. 3 A. Das Gebläse läuft nach dem Abschalten noch etwas nach, um den Brenner zu kühlen.

Mit einer voll geladenen Batterie (60 Ah) kann das Heizgerät dank Thermostatregelung ca. 50 Stunden betrieben werden, bevor die Batterie geladen werden muss.

Fig. 11 – Belüftungs- und Heizungssystem der Albin Ballad in Längs- und Draufsicht
Fig. 11 – Belüftung und Heizung · Warmluft / Frischluft / verbrauchte Luft
  • 1Lufteinlass, Vorschiff
  • 2Luftaustritt, Kajüte
  • 3Luftaustritt, Toilette
  • 4Kraftstoffpumpe
  • 5Kraftstofftank
  • 6Kraftstoffhahn
  • 7Wärmeaustritt, Kajüte
  • 8Thermostat und Schalter, Vorschiff
  • 9Wärmeaustritt
  • 10Schalldämpfer
  • 11Verteilklappe
  • 12Lufteinlass für Stauraum und Heizung
  • 13Lufteinlass für Motor
  • 14Heizgerät
  • 15Lufteinlass in die Kajüte

Fehlersuche Heizgerät

Sollte das Heizgerät nicht funktionieren, zuerst Folgendes prüfen:

  1. 1Die Thermostateinstellung prüfen – das Heizgerät startet nicht, wenn die Innentemperatur zu hoch ist.
  2. 2Zu niedrige Batteriespannung – sollte mindestens 11 Volt betragen.
  3. 3Kraftstoffmangel.
  4. 4Durchgebrannte 25-A-Sicherung – Sicherungskasten prüfen.
  5. 5Glühkerzen-Sicherung ausgelöst – zurücksetzen (mit dem roten Knopf an der Vorderseite des Geräts).
  6. 6Die 6-A-Glassicherung prüfen – kann durch eine 8-A-Sicherung ersetzt werden (unter der grauen Abdeckung oben am Gerät).
  7. 7Zündkerzen prüfen, ggf. wechseln.
  8. 8Auf Verstopfung von Auspuffrohr oder Lufteinlass prüfen.

Bootspflege / Wartung

S. 17

Zur Standardausrüstung des Bootes gehören (ab Baujahr 1974): zwei Steckschlüssel, ½″ (für die Fahrzeugschrauben) und 10 mm (für die Manntaue, Bug- und Heckkorb).

Rumpf und Deck der Ballad sind mit Edelstahlschrauben (Fahrzeugschrauben) durch eine Fußleiste verbunden. Auch Manntau-Füße, Bug- und Heckkorb sind durch eine Fußleiste geschraubt. Zwischen Rumpf und Deck sowie an allen Durchgangsschrauben ist eine flexible Dichtung eingelegt. Nachdem das Boot etwa eine Woche genutzt wurde und sich die Dichtung gesetzt hat, sollten alle Fahrzeugschrauben und Dornfuß-Schrauben nachgezogen werden. Dies sollte auch in der Saisonmitte und beim Winterlager erfolgen. Diese Arbeiten dienen dazu, künftige Leckagen zwischen Rumpf und Deck zu vermeiden.

Falls Sie das Werkzeug haben, empfehlen wir, auch Püttinge, Schotschienen und Fenster nachzuziehen. Beim Arbeiten an den Fenstern beachten, dass die Rahmen aus eloxiertem Aluminium sind – die Schrauben dürfen daher nicht zu fest angezogen werden.

Wir weisen darauf hin, dass das Vorstehende nicht Bestandteil unserer Gewährleistung ist.

Ratschläge zum Segeln

S. 18

Wenn Sie Anfänger auf der Ballad sind, können die folgenden Ratschläge nützlich sein.

Vor jedem Segeln prüfen, dass Mast und Rigg des Bootes korrekt stehen. Haben Sie das Achterstag gelockert, ziehen Sie es so an, dass sich der Mast leicht nach achtern biegt. Eine Biegung von etwa 50 mm ist ungefähr richtig.

Die folgende Tabelle soll bei der Auswahl des richtigen Segels helfen. Die Grenzen sind naturgemäß fließend und nur als Anhaltspunkt zu verstehen. Die Windgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde ist die scheinbare Geschwindigkeit am Boot, also die Fahrt des Bootes durch das Wasser plus die Windgeschwindigkeit.

Wie ersichtlich, kann die Genua I dank der relativen Stabilität des Bootes bis 10 m/s ohne Unannehmlichkeiten gefahren werden.

Segelauswahl nach Windgeschwindigkeit

Wind (scheinbar)VorsegelGroßsegel
0–5 m/sGenua I (leicht)Großsegel ungerefft
5–10 m/sGenua I (schwer)3 Rollen
10–13 m/sGenua II5 Rollen
13–16 m/sGenua III7 Rollen
16–20 m/sGenua IV9 Rollen
20–24 m/sGenua IV11 Rollen
über 24 m/sSturmfockSturmgroß

Die Werte sind Anhaltspunkte aus dem Original-Diagramm (Windgeschwindigkeit in m/s); die Grenzen sind fließend.

Trimm

Großsegel: Zu einer gleichmäßigen Wölbung von Mast bis Achterliek dichtholen. Zu starkes Dichtholen kann das Achterliek schließen, sodass das Segel den Wind staut, statt ihn abzuleiten. Ein weiterer Effekt zu harten Dichtholens ist eine Falte vor den Segellatten. Verwenden Sie stattdessen eine Schotschiene in Kombination mit passender Schotführung, vorzugsweise mit dem Schotpunkt etwas nach luv.

Genua: So hart setzen, dass zwischen den Haken keine Falten bleiben. Der Schotpunkt ist richtig, wenn das Segel von oben bis unten gleichmäßig steht. Liegt der Schotpunkt zu weit vorn, öffnet dies das Segel-Unterliek zu stark und schließt das Achterliek; zu weit achtern kehrt sich das um. Der richtige Schotpunkt richtet sich auch nach der Windstärke: bei wenig Wind weiter vorn, bei mehr Wind weiter achtern. Eine gute erste Einstellung ist, wenn die Schot den Winkel zwischen Unter- und Achterliek teilt. Allgemein gilt der Schotpunkt als richtig, wenn das Segel beim Anluven gleichzeitig von oben bis Deck zu killen beginnt. Haben Sie den richtigen Schotpunkt gefunden, markieren Sie mit Klebeband die Position der Schiene und notieren Sie, wie hart Sie gedichtet haben.

Regatta-Tipps für Anfänger

S. 19

Scheuen Sie sich nicht, an Regatten teilzunehmen. Wir alle waren einmal Anfänger. Sie brauchen auch nicht alle im Segelplan aufgeführten Segel. Die Mindestausstattung sollte jedoch eine schwere Genua I, Genua 2, Genua III und ein Spinnaker sein.

Um gute Ergebnisse in der Regatta zu erzielen, sind vor allem zwei Dinge entscheidend: den kürzesten Weg durch die Wahl des richtigen Kurses zu nehmen und das Boot so schnell wie möglich zu segeln.

Wer beides gleichzeitig beherrscht, wird ein aussichtsreicher Anwärter im Rennen sein. Richtig zu segeln ist weniger eine Frage der Wahl eines bestimmten Boots oder Bootstyps, sondern schlicht des richtigen Rudergängers und der richtigen Crew. Das Trimmen des Bootes auf maximal mögliche Geschwindigkeit hilft ebenfalls.

Wer an Regatten teilnehmen möchte, richtet oft zweckmäßigerweise einige Winschen für vom Cockpit aus bedienbare Fallen ein. Zumindest eine Genua-Winsch sollte dort platziert sein, damit man beim Segeln beim Anluven leicht nachtrimmen kann. Ein weiterer Vorteil dieser Fallanordnung ist, dass der Rudergänger das Vorsegel selbst setzen kann, z. B. nach einem Spinnaker-Manöver.

Auch Spinnaker-Lift und Spinnaker-Holer-Klemmen sind gut am Cockpit zu haben. Ob das Spinnakerfall ins Cockpit geführt wird, ist Geschmackssache. Der Spinnaker lässt sich am Mast stehend schneller setzen, vom Cockpit aus jedoch zuverlässiger. Um das Großsegel leicht zu trimmen, kann der Niederholer vom Cunningham-Loch ins Cockpit geführt werden. Für die Spinnakerleinen sollten ein paar zusätzliche Rumpfwinschen vorhanden sein, sonst muss die Genua vor dem Setzen des Spinnakers geborgen werden. Eine geeignete Anzahl ist eine weniger als die Standard-Rumpfwinschen.

Damit der Großbaum beim Halsen nicht zu stark hochkommt, sollte ein Baumniederholer (Kicking Strap) montiert sein.

Prüfen Sie vor der Regatta anhand Ihrer Liste, ob Sie die von den Regeln vorgeschriebene Ausrüstung, die notwendige Ausrüstung zum Segeln des Bootes und die notwendige persönliche Ausrüstung an Bord haben. Den Rest können Sie am Steg lassen. Denken Sie daran: Jedes unnötige Pfund senkt die Bootsgeschwindigkeit.

Ein Detail, über das sich viele wundern, ist das Halsen eines Spinnaker-Stagsegels. Wir empfehlen, das im Segelplan gezeichnete Stagsegel 1200 mm achter des Vorstags zu setzen. Lässt sich das Halsen mit einer quer über das Boot laufenden Stange einrichten, kann das Segel nach luv gehalst werden, je achterlicher der Wind kommt. Die Vorteile davon sind jedoch nur marginal.

Viel Erfolg!

Albin Ballad handbook (Original-PDF)

Das vollständige Original-Handbuch von Albin Marin AB zum Öffnen und Herunterladen.

Quelle: „Albin Ballad handbook", Albin Marin AB, S-681 01 Kristinehamn 1, Schweden. Deutsche Übersetzung des Handbuchteils. Wiedergabe zu Dokumentationszwecken.

Refit 2022

Technische & optische Überarbeitung

Im Jahr 2022 wurde die Blaue Maus umfassend modernisiert. Neben dem neuen, unverwechselbaren Erscheinungsbild erhielt das Schiff zahlreiche technische Upgrades für mehr Komfort, Sicherheit und Performance.

Neue Rumpffarbe

Der Rumpf wurde von Reinweiß auf das markante Schwarzblau (RAL 5004) umlackiert – das heutige Erkennungszeichen der Blauen Maus.

Andersen Winschen

Neue selbstholende Voll-Edelstahl-Winschen von Andersen sorgen für komfortables und sicheres Handling von Schoten und Fallen.

Rutgerson Klemmblöcke

Hochwertige Klemmblöcke von Rutgerson optimieren die Trimm- und Bedienelemente an Deck.

Elektronik & NMEA2000

Komplett neue Elektronik mit durchgängigem NMEA2000-Netzwerk für moderne Navigation und Instrumentierung.

Webasto Bordheizung

Eine neue Webasto-Bordheizung macht die Blaue Maus auch in der kühleren Saison zu einem behaglichen Zuhause an Bord.

LED-Beleuchtung

Sämtliche Beleuchtung an Bord und in der Takelage wurde auf stromsparende LED-Technik umgestellt.

Vom weißen Rumpf zum Schwarzblau

Im Frühjahr 2022 entstand das markante Erscheinungsbild der Blauen Maus – dokumentiert von der Grundierung über Spachtel- und Schleifarbeiten bis zur fertigen Hochglanz-Lackierung.

Ausgangslage: Rumpf in weißer Grundierung, Unterwasserschiff geschliffen1
Ausgangslage: Rumpf in weißer Grundierung, Unterwasserschiff geschliffen
Aufbau des Untergrunds mit blauem Spachtel und Fairing2
Aufbau des Untergrunds mit blauem Spachtel und Fairing
Feinspachtel und Schleifen für eine makellose Oberfläche3
Feinspachtel und Schleifen für eine makellose Oberfläche
Frisch lackiertes Schwarzblau – der Rumpf in der Halle4
Frisch lackiertes Schwarzblau – der Rumpf in der Halle
Hochglänzendes Schwarzblau RAL 5004 im Detail5
Hochglänzendes Schwarzblau RAL 5004 im Detail
Bug mit tiefem Glanz und sauber gesetztem weißen Zierstreifen6
Bug mit tiefem Glanz und sauber gesetztem weißen Zierstreifen
Fertiger Bug in Schwarzblau mit Reinweiß RAL 9010 Streifen7
Fertiger Bug in Schwarzblau mit Reinweiß RAL 9010 Streifen
Das Ergebnis: die Blaue Maus in neuem Gewand8
Das Ergebnis: die Blaue Maus in neuem Gewand

Konstruktion

Technische Zeichnungen

Originale Konstruktionspläne der Albin Ballad von Rolf Magnusson. Die Zeichnungen lassen sich direkt im Browser ansehen, in voller Größe öffnen oder herunterladen.

Zeichnung wird geladen …

Linienriss

Rumpfform mit Spanten, Wasserlinien und Kiel – die Konstruktionsgrundlage der gutmütigen Segeleigenschaften der Albin Ballad.

Zeichnung wird geladen …

Raumaufteilung (5 Kojen)

Innenausbau mit fünf Schlafplätzen – Pantry, Salon und Vorschiff der klassischen Fahrtenyacht.

Zeichnung wird geladen …

Laminat- & Deckplan

Konstruktions- und Deckplan mit Laminataufbau – Detailzeichnung der GFK-Bauweise.

Konstruktionspläne der Albin Ballad – Konstrukteur Rolf Magnusson, 1971. Weitere Informationen zum Schiffstyp unter ballad.de.

Die Blaue Maus mit Crew bei einer Regatta auf der Ostsee

Regatten & Erfolge

Sportlich unterwegs auf der Ostsee

Die Blaue Maus ist nicht nur Fahrtenboot, sondern auch auf Regattabahnen aktiv – von Klassentreffen bis zu den großen Segelwochen der Ostsee.

1. PlatzKieler Woche

Sieg in der Ballad-Wertung bei der größten Segelsportveranstaltung der Welt auf der Kieler Förde.

TeilnahmeTravemünder Woche

Regattateilnahme bei der traditionsreichen Segelwoche vor der Lübecker Bucht – Heimrevier der Blauen Maus.

TeilnahmeOstsee-Cup

Start bei den Ostsee-Cup-Regatten – Langstrecken- und Up-and-Down-Kurse vor der schleswig-holsteinischen Küste.

TeilnahmeBallad-Klassentreffen

Regelmäßige Teilnahme an den Klassenregatten und Treffen der Ballad-Flotte im Verbund mit BSC und NYC.

Hinweis: Ergänzbar um konkrete Platzierungen, Jahre und weitere Regatten, sobald die vollständigen Ergebnislisten vorliegen.

Törnberichte

Einmal Scheidungskanal

Ein Törn durch den schwedischen Göta-Kanal – im Volksmund „Scheidungskanal“ genannt, weil die engen Schleusenmanöver so manche Crew an ihre Grenzen bringen.

Die Blaue Maus am Steg des Göta-Kanals, während der historische Dampfer Juno vorbeifährt
Die Blaue Maus am Steg – der historische Kanaldampfer „Juno" zieht vorbei.
Schleusentreppe des Göta-Kanals mit mehreren gestaffelten Schleusenkammern
Eine Schleusentreppe des Göta-Kanals – mehrere Kammern überwinden den Höhenunterschied.

Der Göta-Kanal trägt seinen Spitznamen nicht ohne Grund: Wer die rund 190 Kilometer lange Wasserstraße quer durch Schweden befährt, passiert Dutzende von Schleusen – oft eng, oft unter Zeitdruck und fast immer mit Publikum an Land. Genau hier zeigt sich, wie gut eine Crew wirklich harmoniert.

Mit der Blauen Maus hieß es: Leinen klar, Ruhe bewahren und klare Aufgabenverteilung. Während eine·r am Vorschiff die Springleine führte, hielt der Rest die Achterleine auf Spannung. Die Albin Ballad erwies sich dabei als angenehm gutmütig – kompakt genug für die schmalen Kammern und stabil genug, um den Turbulenzen beim Fluten gelassen zu begegnen.

Zwischen den Schleusentreppen entschädigte die Landschaft für jeden Tropfen Schweiß: stille Seen, dichte Wälder und kleine Kanaldörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Am Ende waren sich alle einig – der Scheidungskanal blieb seinem Namen schuldig. Statt Streit gab es Geschichten, die man noch lange erzählt.

„Mit Vorbereitung, einer ruhigen Hand und klaren Kommandos wird aus dem gefürchteten Scheidungskanal das schönste Kapitel des Törns."

Live-Position

Wo ist die Blaue Maus gerade?

Die aktuelle Position wird über das AIS-Signal (MMSI 211507160) öffentlicher Anbieter wie MarineTraffic angezeigt – sofern das Boot in Fahrt und in Reichweite einer AIS-Station ist.

MarineTraffic · Live AIS
Schiffsseite öffnen

Die Anzeige stammt von MarineTraffic. Lädt die Karte nicht, kann die Position direkt über die Schiffsseite auf marinetraffic.com abgerufen werden.

Clubs & Verbände

Mitgliedschaften

Die Blaue Maus ist in zwei Segelclubs beheimatet und Teil der lebendigen Albin-Ballad-Szene sowie des organisierten Segelsports in Deutschland.

Logo des Blankeneser Segel-Club

Blankeneser Segel-Club

Der Blankeneser Segel-Club (BSC) ist ein 1898 gegründeter Traditionsverein mit Sitz in Hamburg-Blankenese. Er ist der älteste Segelclub direkt an der Elbe, hat über 950 Mitglieder und startete ab 2015 in der Zweiten Segel-Bundesliga. Das Revier umfasst die Elbe und das Mühlenberger Loch.

bsc-hamburg.de
Logo des Niendorfer Yacht-Club

Niendorfer Yacht-Club

Der Niendorfer Yacht-Club e. V. (NYC) ist ein traditionsreicher Segelverein in der Lübecker Bucht an der Ostsee. Gegründet 1913 ursprünglich als „Altonaer Jacht-Club“. Änderung zum heutigen Niendorfer Yacht-Club im Jahr 1934.

nyc-ev.de
Logo des Ballad Klub e.V.

Ballad Klub e.V.

Der Deutsche Ballad Klub e.V. mit Sitz in Hamburg ist die Klassenvereinigung der Albin Ballad. Der gemeinnützige Verein fördert den Segelsport mit diesem Bootstyp, unterstützt die Eignergemeinschaft mit technischen Informationen, Historie und Wartungstipps und organisiert Regatten sowie Mitgliedertreffen. Eine Mitgliedschaft steht allen Interessierten offen.

ballad.de
Logo des Deutscher Segler-Verband

Deutscher Segler-Verband

Deutscher Segler-Verband (DSV) ist der offizielle Dachverband für Segel-, Windsurf- und Kitesurf-Vereine in Deutschland. Gegründet im Jahr 1888, vertritt er über 1.200 Vereine mit mehr als 180.000 Mitgliedern. Die Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Hamburg.

dsv.org

Presse

Die Albin Ballad in den Medien

Über die Jahrzehnte haben mehrere Fachmagazine die Albin Ballad getestet und porträtiert. Die Originalbeiträge lassen sich direkt im Browser ansehen, in voller Größe öffnen oder als PDF herunterladen.

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YACHT 10/1985

YACHT-Test „Ballad Mk 3"

Der ausführliche Testbericht der Fachzeitschrift YACHT mit Testkommentar von Peter Schweer – Konstruktionszeichnungen, Messwerte und ein Fazit, das die Ballad als besonders gelungenen Kompromiss zwischen Fahrten- und Regattayacht beschreibt.

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YACHT

YACHT-Gebrauchtboot-Tipp

Die Albin Ballad als Gebrauchtboot: Worauf Käufer achten sollten, typische Schwachstellen und warum der Klassiker dank großer Fangemeinde bis heute wertbeständig bleibt.

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segeln 10/2008

Der moderne Klassiker & fünf Alternativen

Porträt der Schwedenklasse im Magazin „segeln" (Text und Fotos: Hinnerk Weiler) – die Albin Ballad als gutmütiges Einsteigerboot und Fahrtenyacht, gegenübergestellt mit fünf vergleichbaren Konstruktionen.

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Palstek 6-21

Yachttest im Palstek

Technischer Yachttest aus dem Magazin „Palstek" (Nov./Dez. 2021) mit Blick auf Bauweise, Konstruktion und Regattageschichte des über 1500 Mal gebauten Klassikers.

Wiedergabe der Presseartikel zu Dokumentationszwecken. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Verlagen (YACHT, segeln, Palstek).